Herausforderungen für Unternehmen und Berater

Diskontinuität und Veränderung der politischen Landschaften

© alphaspirit / thinkstock
April 18, 2016
Jonas Lünendonk
Geschäftsführender Gesellschafter
Lünendonk & Hossenfelder
Thomas Lünendonk
Gründer und Inhaber
Lünendonk & Hossenfelder

Die Welt ist heute nicht nur subjektiv gefühlt, sondern auch objektiv messbar in weitaus rascherer und vielfältigerer Veränderung als noch vor wenigen Jahren. Plötzlich entstehende Krisen und neue, überraschende Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln bilden nicht mehr die Ausnahme von der Regel, sondern tauchen in kürzeren Zyklen und an unerwarteten Stellen auf. Neue Technologien radieren alte Angebote in kurzer Zeit aus. Währungs- und Rohstoffmärkte bewegen sich in unberechenbaren Sprüngen, die selbst Experten nicht voraussagen oder nicht nachvollziehen können.

Vor diesem Hintergrund verabschieden sich viele Unternehmen von langfristigen Strategien. Nur in einigen Märkten und Branchen traut man sich noch an die Planung einer Dekade, in den meisten Wirtschaftssektoren regieren 2- bis 5-Jahrespläne oder das berühmte »Fahren auf Sicht«.

Für Unternehmen, aber auch für Beratungen heißt das, sich dauerhaft auf neue Agilität und Reagibilität einzustellen. Um für diese Herausforderung eine Orientierung zu bieten, hat die Lünendonk GmbH im Jahr 2015 eine Studie aufgelegt mit dem Titel »3xD – Trends und Entwicklungen in der Beratung vor dem Hintergrund von Diskontinuität, Digitalisierung und Disruption«, an der sich über 50 Vorstände, Geschäftsführer, Unternehmenseigner, Berater, Politiker und Wissenschaftler beteiligten. In ausführlichen Interviews, ohne Vorgaben oder Multiple Choice, wurden die Sichtweisen der Praktiker und Experten ermittelt und im nächsten Schritt zu einem Gesamtbild zusammengefasst. Dabei wurden in der Darstellung bewusst auch widersprüchliche Aussagen berücksichtigt, um deutlich zu machen, wo offene oder kontrovers betrachtete Themen bestehen.

Gefragt wurde nach den Einflussfaktoren aus den Themenfeldern Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft im Allgemeinen und Technologie im Besonderen, um dann zu diskutieren, welche Auswirkungen aus den Entwicklungen in diesen Feldern für die Unternehmen und die Berater resultieren. Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, alle Ergebnisse aus allen Perspektiven darzustellen. Daher liegt im Folgenden der thematische Schwerpunkt auf Politik.

Die große Welt in Bewegung

In Abgrenzung zu Globalisierung bedeutet Internationalisierung die weltweite Vernetzung  von leistungsfähigen Wirtschaftszentren und preisgünstigen Offshore-Regionen; © Bannosuke / thinkstock

Als relevanter Einflussfaktor für Unternehmen gilt die Globalisierung. Doch gibt es diese tatsächlich? Die Begrifflichkeit suggeriert, dass es einen über die Erdkugel verbreiteten globalen Wirtschaftsraum gibt. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich: Nicht alle Länder der Erde partizipieren am Netzwerk internationaler Produktionsstätten sowie an den weltumspannenden Einkaufs- und Lieferketten – zumindest nicht in gleicher Weise.

Zwar waren noch nie so viele Menschen weltweit in mehr oder  weniger geregelten Arbeitsverhältnissen beschäftigt, aber vom gestiegenen Wohlstandsniveau profitieren nicht alle. Statt von einer Globalisierung sprechen einige Experten daher von einer Internationalisierung, die von leistungsfähigen Wirtschaftszentren und preisgünstigen Offshore-Regionen geprägt ist. Etliche Länder gehören  weder zur einen noch zur anderen Gruppe. Teilweise gewaltige Unterschiede in Einkommen und Lebensqualität bestehen also trotz der neuen Waren- und Service-Ströme weiter.

Und diese Unterschiede werden weltweit sichtbar. Mag es auch noch keine globale Wirtschaft mit ähnlichen Rahmen- und Lebensbedingungen für alle geben, so sorgen die neuen Kommunikationsmedien wie Smartphone, Internet und Social Media dafür, dass zumindest ein »globales Meinungsdorf« existiert. Auf dieser erdumspannenden Kommunikationsplattform werden Unterschiede, von denen Menschen früher nur gehört haben, nun deutlich und »live« sichtbar – und das Ganze nicht mehr aufbereitet, bewertet und kommentiert von traditionellen Medien, sondern von Einzelpersonen und Kleinstgruppen. Der Austausch politischer und persönlicher Befindlichkeiten ist an keinerlei Länder- und Kontinentalgrenzen gebunden, auch wenn einige Potentaten versuchen, selbst im Internet mit »Zäunen« zu arbeiten.

Unternehmen als internationale Kunden oder Arbeitgeber müssen daher heute deutlich anders agieren als noch vor wenigen Jahren. Die Arbeitnehmer in Sri Lanka und Bayern können nun täglich sehen, wo, wie und was die Kollegen im jeweils anderen Land tun – und sie können mit ihnen direkt darüber reden. Das schafft Interesse, Zusammenhalt, internationale Beziehung, neue Chancen, aber auch Begehrlichkeiten. Die in Asien arbeitende Niederlassung erhält Gesichter. Die teilweise eklatanten Unterschiede in Status und Einkommen verdichten sich zu konkreten Bildern.

Diese Situation gilt es heute in Unternehmens- und Personalpolitik sowie bei Marketing- und Vertriebsstrategien zu berücksichtigen. Internationales Agieren verlangt nicht mehr nur interkulturelle Kompetenz, sondern auch international tragfähige Konzepte – im Innen- wie im Außenverhältnis der Unternehmen. Dabei werden sie auf die Unterstützung durch global agierende Beratungsunternehmen nicht verzichten können, denn es wäre mühsam und wenig ökonomisch, hier das Rad für jedes Unternehmen und jedes Land neu zu erfinden. In diesen Fällen spielen auch Größe, Erfahrungshorizont und Internationalität eines Beratungsdienstleisters eine wesentliche Rolle.

Globale Veränderungsprozesse in der Wirtschaft rufen auch in Industrienationen regionale Gegenbewegungen hervor, beispielsweise die Kontroversen über CETA mit Kanada und TTIP mit USA; © anandoart / istock

Die Sehnsucht nach der kleinen Welt

Mögen auch die Schwerpunkte des globalen Wirtschaftens auf wenigen, dominierenden Ländern und Regionen liegen, so sorgen die für nahezu alle Menschen sichtbaren und spürbaren Veränderungen des jeweiligen Lebens- und Wirtschaftsraums, entweder als erlebte Realität oder vermutete Bedrohung, für eine Sehnsucht nach neuer Übersichtlichkeit, Beständigkeit und mehr Ruhe. Den weltumspannenden Wirtschafts- und Kommunikationsnetzwerken tritt eine steigende Nationalisierung oder Regionalisierung entgegen.

Weil die große Welt in ihren schnellen Veränderungen so erlebbar ist und nahe rückt, gewinnt das regionale oder gar lokale Umfeld wieder an Attraktivität. Und dieses Umfeld soll geschützt werden. Die nationale oder regionale Politik gerät in eine Kontroverse mit internationalem Wirtschaften und Arbeiten. Diese Situation potenziert sich noch in unaufgeklärten, technologiefernen Gesellschaften. Doch wie groß die Vorbehalte selbst in westlichen Industrienationen sind, zeigen beispielhaft die zähen Verhandlungen über CETA mit Kanada und TTIP mit den USA, bei denen neben sachlichen und juristischen Erwägungen auch die Emotionen eine wesentliche Bedeutung einnehmen.

Für Unternehmen bedeutet diese Gemengelage, dass es künftig nicht mehr nur darum geht, Märkte nach potenziellen Kunden und geeigneten Demographien auszuwählen, sondern auch die jeweilige Befindlichkeit und politische Situation des Marktes oder der Zielgruppen genauer zu analysieren. Hier werden in Zukunft auch neue analytische Werkzeuge zum Einsatz kommen, die ökonomische Daten mit zahlreichen weiteren relevanten Datenquellen verknüpfen und auswerten.

Die Investitionen der großen internationalen Beratungskonzerne in Instrumente (Solutions) wie Predictive Analytics werden sich bereits in wenigen Jahren als sinnvoll erweisen und zum Standardrepertoire dynamischer Markt- und Unternehmensplanung gehören. Nicht von ungefähr integrieren hier sowohl klassische Strategiekonzerne als auch die Beratungszweige der global agierenden Wirtschaftsprüfungsunternehmen kontinuierlich Teams und Know-how.

Regeln als Chance und Hindernis

Durch ihre globale Kompetenz und proaktive Ausrichtung sind Wirtschaftsorganisationen prädestiniert dafür, die politischen  Landschaften der Zukunft mitzugestalten; © Ridofranz / thinkstock

In einer immer internationaleren, dynamischeren und schnelleren Wirtschaft gilt es, ein sinnvolles Maß an Regeln für die Wirtschafts- und Finanzmärkte zu schaffen. Das klingt einfach, ist aber extrem anspruchsvoll. Die Freiheit der Marktteilnehmer soll nicht zu »Wildwest-Wirtschaft« führen, aber erforderliche Regelwerke sollen Initiative und lebendige Wirtschaftsaktivitäten und -wege auch nicht behindern. Länder und Wirtschaftsräume wie die EU greifen daher gezielt ein.

Die daraus resultierende Regulatorik ist jedoch nicht nur eine wertfreie »Verkehrsregelung« im Sinne von Kunden und Verbrauchern, sondern dient offen oder verdeckt nationalen Interessen oder dem Schutz von Wirtschaftsräumen. Unternehmen müssen sich, sofern sie auf internationaler Ebene agieren, heute daher mit nationaler und internationaler Regulatorik auseinandersetzen.

Nicht selten wird über »Überregulierung« und »Gesetzeswut« in Märkten und Betrieben geklagt, da zusätzliche administrative Aufgaben die ohnehin teilweise knappen Ressourcen der Unternehmen zusätzlich belasten. Und auch die Kritik an verzerrten Wettbewerbssituationen und schlechteren Rahmenbedingungen wird zunehmend lauter – in der Regel natürlich durch die Länder, Branchen und Unternehmen, die von den Einschränkungen in höherem Maße betroffen sind.

Die Klagen über die Regulatorik nutzen – zumindest kurzfristig – jedoch nichts. Sie muss beachtet werden, Wirtschaftsräume und -organisationen müssen nachweislich »compliant« agieren. Und wer sich professionell mit Regelwerken auseinandersetzt, der wird in vielen Fällen nicht nur Behinderungsfaktoren, sondern sogar Chancen erkennen, auch wenn das in überregulierten Märkten wie dem Finanzsektor zunehmend schwerfällt. Da Unternehmensreputation unter anderem mit sichtbarer Compliance gekoppelt ist, bleibt Unternehmen nichts anderes übrig, als hier schnell und korrekt geeignete Strukturen und Prozesse einzuführen.

Wirtschaftsprüfungsgesellschaften etablieren sich in diesem Kontext als bevorzugte Dienstleistungspartner, da sie eine Reihe von Kernkompetenzen für Regulatorik aufweisen. So kennen sie mit ihren Tax-Teams die länderspezifischen Steuergesetze, mit ihren Legal-Teams den regionalen Gesetzesrahmen und mit ihren Beratungszweigen die nationalen Marktstrukturen bis hin zum Einsatz der jeweils passenden IT-Landschaften.

Es führt jedoch trotz aller professionellen Hilfe kein Weg daran vorbei, lokale und internationale Regulatorik immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Anpassungen an neue Rahmenbedingungen, Verwerfen obsoleter Richtlinien, Gestalten neuer Regelwerke für technische oder produktspezifische Veränderungen sind Daueraufgaben. Hier müssen und können Wirtschaftsprüfer ihre Nähe zur Praxis künftig noch mehr einbringen – für die konkrete Kunden- und Marktsituation, aber auch für die frühzeitige Beratung der Politik, um so bereits in der Phase der politischen Meinungsbildung sinnvolle Impulse zu setzen.

Die Suche nach intellektuellen Schwergewichten

Dieses frühzeitige Agieren  wirtschaftlicher Institutionen wird vor dem Hintergrund veränderter politischer Landschaften an Bedeutung gewinnen. Laut Einschätzung der befragten  Führungskräfte und Wissenschaftler fehlen wegweisende, politische und intellektuelle Schwergewichte, wie es sie zum Beispiel in der Nachkriegsgeschichte in Europa vermehrt gab. Dieses Fehlen wird umso schmerzlicher wahrgenommen, als es nicht an Herausforderungen mangelt.

Themen aus Sicherheitspolitik, Demographie, Ökonomie, Ökologie, Technologie, unter anderem Digitalisierung, und weitere Handlungsfelder bedürfen intensiven Diskurses. Berechtigte und unberechtigte Zweifel an der Kompetenz und Handlungsfähigkeit des etablierten politischen Personals führen zu Desinteresse, niedriger Wahlbeteiligung und dem Entstehen von teilweise radikalen Gruppierungen mit Partikularinteressen. Hinzu kommt eine gesellschaftliche Behäbigkeit, die sich nicht allein auf die realen oder vermuteten Mängel der etablierten Politik zurückführen lässt. Es wird mehr kommentiert als aktiv mitgewirkt. Es herrscht nicht selten eine »Ohne-mich«-Haltung.

In diesen Kontext passt ein Zitat des Publizisten Johannes Gross (1932‒1999): »Früher glaubte jede neue Generation, mit ihr fange die Welt an. Heute glaubt die neue Generation, mit ihr gehe sie zu Ende.« Es fehlt also offensichtlich ein integrierter Ansatz für gesellschaftliche und politische Zukunft, der attraktiv erscheint. Dies ist nicht, wie häufig vermutet, der Ruf nach der starken Einzelperson – auch wenn etwas mehr Mut und Charisma durchaus gefragt sind, sondern die Sehnsucht nach einem neuen politischen und gesellschaftlichen Narrativ, in dem Motivation, Aufbruchsstimmung und Lust zur Gestaltung und Mitwirkung angelegt sind.

Wirtschaftliche Organisationen sind hier aufgrund der täglichen Wettbewerbssituation häufig agiler und reaktionsbereiter als andere gesellschaftliche Gruppierungen. Sie sind zudem dichter in globale Netzwerke verwoben. Und es wird ihnen, sofern sie sichtbar erfolgreich wirtschaften, die Kompetenz unterstellt, aktuelle Probleme lösen und Zukunft erfolgreich gestalten zu können.

Renaissance der Strategieberatung

Diese Kompetenzvermutung gilt im Übrigen auch für die großen beziehungsweise international agierenden Beratungsunternehmen. Da sie über jahrzehntelange Erfahrung in Strategie und Umsetzung verfügen, werden sie in Anbetracht mangelnder Konzeptionen in wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen und politischen Fragen künftig noch intensiver in Anspruch genommen werden. Marktkenner prognostizieren daher eine »Renaissance der Strategieberatung«.

Doch Strategie allein wird nicht reichen. Internationale Handlungskonzepte für Unternehmen und auch für politische Organisationen sind darauf angewiesen, von Experten vor Ort umgesetzt zu werden. Nicht zuletzt aus Akzeptanzgründen erfordert dies wiederum, dass Beratungen in Zukunft zunehmend mit einheimischem Personal agieren müssen, beispielsweise auch, weil die nationale oder regionale Regulatorik das zwingend vorschreibt. Das heißt: Bei aller Internationalität wird die Berücksichtigung lokaler Interessen weiterhin relevant bleiben.

Internationale Transformation, internationaler Roll-out von neuen Strategien wird daher auch in Zukunft eine Domäne internationaler Beratungsanbieter bleiben. Die Herausforderungen liegen auf dem Tisch. Für den globalen Beratungsmarkt sind die Perspektiven besser denn je.

Veränderungen  des Qualifikationsmix

Doch ein wenig Wasser muss in diesen Wein geschüttet werden.  Allein mit ökonomischer Betrachtung werden die sich abzeichnenden Aufgaben nicht zu lösen sein. Zwar wird es nach Meinung der für die Lünendonk-Studie befragten Experten bei der Dominanz der Wirtschaftswissenschaftler in klassischen Beratungsunternehmen bleiben (Volks- und Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieure), aber es werden zunehmend auch andere Qualifikationen gefordert sein, um neue Konzepte tragfähig und akzeptiert zu platzieren. Gefragt sind hier zum einen Natur- und Geisteswissenschaften. Im Hinblick auf die Implikationen neuer Zukunftsbilder auf Gesellschaften gewinnt zum anderen die gelegentlich geschmähte Soziologie neue Bedeutung. Und auch etwas mehr philosophisches Denken über den Tellerrand eines Unternehmens oder einer sozialen Organisation hinaus wird von den Führungskräften und Beratern gefordert. Denn in einer sich immer schneller wandelnden Welt wird das Definieren sinnhaften Handelns nicht allein dem Individuum als Aufgabe gestellt bleiben.

Jonas Lünendonk 

ist seit 2014 Geschäftsführender Gesellschafter der Lünendonk & Hossenfelder GmbH. Nach ersten Erfahrungen in einer Managementberatung übernahm er 2010 als Prokurist bei Lünendonk die Leitung der Studienabteilung und des Kompetenzfelds Beratung.

Thomas Lünendonk

ist Gründer und Inhaber der Lünendonk & Hossenfelder GmbH, Mindelheim, und Marktanalyst und Unternehmensberater. Das Unternehmen ist Herausgeber der als Marktbarometer geltenden Lünendonk®-Listen und -Studien.

Die Welt ist heute nicht nur subjektiv gefühlt, sondern auch objektiv messbar in weitaus rascherer und vielfältigerer Veränderung als noch vor wenigen Jahren. Plötzlich entstehende Krisen und neue, überraschende Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln bilden nicht mehr die Ausnahme von der Regel, sondern tauchen in kürzeren Zyklen und an unerwarteten Stellen auf. Neue Technologien radieren alte Angebote in kurzer Zeit aus. Währungs- und Rohstoffmärkte bewegen sich in unberechenbaren Sprüngen, die selbst Experten nicht voraussagen oder nicht nachvollziehen können.

Vor diesem Hintergrund verabschieden sich viele Unternehmen von langfristigen Strategien. Nur in einigen Märkten und Branchen traut man sich noch an die Planung einer Dekade, in den meisten Wirtschaftssektoren regieren 2- bis 5-Jahrespläne oder das berühmte »Fahren auf Sicht«.

Für Unternehmen, aber auch für Beratungen heißt das, sich dauerhaft auf neue Agilität und Reagibilität einzustellen. Um für diese Herausforderung eine Orientierung zu bieten, hat die Lünendonk GmbH im Jahr 2015 eine Studie aufgelegt mit dem Titel »3xD – Trends und Entwicklungen in der Beratung vor dem Hintergrund von Diskontinuität, Digitalisierung und Disruption«, an der sich über 50 Vorstände, Geschäftsführer, Unternehmenseigner, Berater, Politiker und Wissenschaftler beteiligten. In ausführlichen Interviews, ohne Vorgaben oder Multiple Choice, wurden die Sichtweisen der Praktiker und Experten ermittelt und im nächsten Schritt zu einem Gesamtbild zusammengefasst. Dabei wurden in der Darstellung bewusst auch widersprüchliche Aussagen berücksichtigt, um deutlich zu machen, wo offene oder kontrovers betrachtete Themen bestehen.

Gefragt wurde nach den Einflussfaktoren aus den Themenfeldern Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft im Allgemeinen und Technologie im Besonderen, um dann zu diskutieren, welche Auswirkungen aus den Entwicklungen in diesen Feldern für die Unternehmen und die Berater resultieren. Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, alle Ergebnisse aus allen Perspektiven darzustellen. Daher liegt im Folgenden der thematische Schwerpunkt auf Politik.

Die große Welt in Bewegung

In Abgrenzung zu Globalisierung bedeutet Internationalisierung die weltweite Vernetzung  von leistungsfähigen Wirtschaftszentren und preisgünstigen Offshore-Regionen; © Bannosuke / thinkstock

Als relevanter Einflussfaktor für Unternehmen gilt die Globalisierung. Doch gibt es diese tatsächlich? Die Begrifflichkeit suggeriert, dass es einen über die Erdkugel verbreiteten globalen Wirtschaftsraum gibt. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich: Nicht alle Länder der Erde partizipieren am Netzwerk internationaler Produktionsstätten sowie an den weltumspannenden Einkaufs- und Lieferketten – zumindest nicht in gleicher Weise.

Zwar waren noch nie so viele Menschen weltweit in mehr oder  weniger geregelten Arbeitsverhältnissen beschäftigt, aber vom gestiegenen Wohlstandsniveau profitieren nicht alle. Statt von einer Globalisierung sprechen einige Experten daher von einer Internationalisierung, die von leistungsfähigen Wirtschaftszentren und preisgünstigen Offshore-Regionen geprägt ist. Etliche Länder gehören  weder zur einen noch zur anderen Gruppe. Teilweise gewaltige Unterschiede in Einkommen und Lebensqualität bestehen also trotz der neuen Waren- und Service-Ströme weiter.

Und diese Unterschiede werden weltweit sichtbar. Mag es auch noch keine globale Wirtschaft mit ähnlichen Rahmen- und Lebensbedingungen für alle geben, so sorgen die neuen Kommunikationsmedien wie Smartphone, Internet und Social Media dafür, dass zumindest ein »globales Meinungsdorf« existiert. Auf dieser erdumspannenden Kommunikationsplattform werden Unterschiede, von denen Menschen früher nur gehört haben, nun deutlich und »live« sichtbar – und das Ganze nicht mehr aufbereitet, bewertet und kommentiert von traditionellen Medien, sondern von Einzelpersonen und Kleinstgruppen. Der Austausch politischer und persönlicher Befindlichkeiten ist an keinerlei Länder- und Kontinentalgrenzen gebunden, auch wenn einige Potentaten versuchen, selbst im Internet mit »Zäunen« zu arbeiten.

Unternehmen als internationale Kunden oder Arbeitgeber müssen daher heute deutlich anders agieren als noch vor wenigen Jahren. Die Arbeitnehmer in Sri Lanka und Bayern können nun täglich sehen, wo, wie und was die Kollegen im jeweils anderen Land tun – und sie können mit ihnen direkt darüber reden. Das schafft Interesse, Zusammenhalt, internationale Beziehung, neue Chancen, aber auch Begehrlichkeiten. Die in Asien arbeitende Niederlassung erhält Gesichter. Die teilweise eklatanten Unterschiede in Status und Einkommen verdichten sich zu konkreten Bildern.

Diese Situation gilt es heute in Unternehmens- und Personalpolitik sowie bei Marketing- und Vertriebsstrategien zu berücksichtigen. Internationales Agieren verlangt nicht mehr nur interkulturelle Kompetenz, sondern auch international tragfähige Konzepte – im Innen- wie im Außenverhältnis der Unternehmen. Dabei werden sie auf die Unterstützung durch global agierende Beratungsunternehmen nicht verzichten können, denn es wäre mühsam und wenig ökonomisch, hier das Rad für jedes Unternehmen und jedes Land neu zu erfinden. In diesen Fällen spielen auch Größe, Erfahrungshorizont und Internationalität eines Beratungsdienstleisters eine wesentliche Rolle.

Globale Veränderungsprozesse in der Wirtschaft rufen auch in Industrienationen regionale Gegenbewegungen hervor, beispielsweise die Kontroversen über CETA mit Kanada und TTIP mit USA; © anandoart / istock

Die Sehnsucht nach der kleinen Welt

Mögen auch die Schwerpunkte des globalen Wirtschaftens auf wenigen, dominierenden Ländern und Regionen liegen, so sorgen die für nahezu alle Menschen sichtbaren und spürbaren Veränderungen des jeweiligen Lebens- und Wirtschaftsraums, entweder als erlebte Realität oder vermutete Bedrohung, für eine Sehnsucht nach neuer Übersichtlichkeit, Beständigkeit und mehr Ruhe. Den weltumspannenden Wirtschafts- und Kommunikationsnetzwerken tritt eine steigende Nationalisierung oder Regionalisierung entgegen.

Weil die große Welt in ihren schnellen Veränderungen so erlebbar ist und nahe rückt, gewinnt das regionale oder gar lokale Umfeld wieder an Attraktivität. Und dieses Umfeld soll geschützt werden. Die nationale oder regionale Politik gerät in eine Kontroverse mit internationalem Wirtschaften und Arbeiten. Diese Situation potenziert sich noch in unaufgeklärten, technologiefernen Gesellschaften. Doch wie groß die Vorbehalte selbst in westlichen Industrienationen sind, zeigen beispielhaft die zähen Verhandlungen über CETA mit Kanada und TTIP mit den USA, bei denen neben sachlichen und juristischen Erwägungen auch die Emotionen eine wesentliche Bedeutung einnehmen.

Für Unternehmen bedeutet diese Gemengelage, dass es künftig nicht mehr nur darum geht, Märkte nach potenziellen Kunden und geeigneten Demographien auszuwählen, sondern auch die jeweilige Befindlichkeit und politische Situation des Marktes oder der Zielgruppen genauer zu analysieren. Hier werden in Zukunft auch neue analytische Werkzeuge zum Einsatz kommen, die ökonomische Daten mit zahlreichen weiteren relevanten Datenquellen verknüpfen und auswerten.

Die Investitionen der großen internationalen Beratungskonzerne in Instrumente (Solutions) wie Predictive Analytics werden sich bereits in wenigen Jahren als sinnvoll erweisen und zum Standardrepertoire dynamischer Markt- und Unternehmensplanung gehören. Nicht von ungefähr integrieren hier sowohl klassische Strategiekonzerne als auch die Beratungszweige der global agierenden Wirtschaftsprüfungsunternehmen kontinuierlich Teams und Know-how.

Regeln als Chance und Hindernis

Durch ihre globale Kompetenz und proaktive Ausrichtung sind Wirtschaftsorganisationen prädestiniert dafür, die politischen  Landschaften der Zukunft mitzugestalten; © Ridofranz / thinkstock

In einer immer internationaleren, dynamischeren und schnelleren Wirtschaft gilt es, ein sinnvolles Maß an Regeln für die Wirtschafts- und Finanzmärkte zu schaffen. Das klingt einfach, ist aber extrem anspruchsvoll. Die Freiheit der Marktteilnehmer soll nicht zu »Wildwest-Wirtschaft« führen, aber erforderliche Regelwerke sollen Initiative und lebendige Wirtschaftsaktivitäten und -wege auch nicht behindern. Länder und Wirtschaftsräume wie die EU greifen daher gezielt ein.

Die daraus resultierende Regulatorik ist jedoch nicht nur eine wertfreie »Verkehrsregelung« im Sinne von Kunden und Verbrauchern, sondern dient offen oder verdeckt nationalen Interessen oder dem Schutz von Wirtschaftsräumen. Unternehmen müssen sich, sofern sie auf internationaler Ebene agieren, heute daher mit nationaler und internationaler Regulatorik auseinandersetzen.

Nicht selten wird über »Überregulierung« und »Gesetzeswut« in Märkten und Betrieben geklagt, da zusätzliche administrative Aufgaben die ohnehin teilweise knappen Ressourcen der Unternehmen zusätzlich belasten. Und auch die Kritik an verzerrten Wettbewerbssituationen und schlechteren Rahmenbedingungen wird zunehmend lauter – in der Regel natürlich durch die Länder, Branchen und Unternehmen, die von den Einschränkungen in höherem Maße betroffen sind.

Die Klagen über die Regulatorik nutzen – zumindest kurzfristig – jedoch nichts. Sie muss beachtet werden, Wirtschaftsräume und -organisationen müssen nachweislich »compliant« agieren. Und wer sich professionell mit Regelwerken auseinandersetzt, der wird in vielen Fällen nicht nur Behinderungsfaktoren, sondern sogar Chancen erkennen, auch wenn das in überregulierten Märkten wie dem Finanzsektor zunehmend schwerfällt. Da Unternehmensreputation unter anderem mit sichtbarer Compliance gekoppelt ist, bleibt Unternehmen nichts anderes übrig, als hier schnell und korrekt geeignete Strukturen und Prozesse einzuführen.

Wirtschaftsprüfungsgesellschaften etablieren sich in diesem Kontext als bevorzugte Dienstleistungspartner, da sie eine Reihe von Kernkompetenzen für Regulatorik aufweisen. So kennen sie mit ihren Tax-Teams die länderspezifischen Steuergesetze, mit ihren Legal-Teams den regionalen Gesetzesrahmen und mit ihren Beratungszweigen die nationalen Marktstrukturen bis hin zum Einsatz der jeweils passenden IT-Landschaften.

Es führt jedoch trotz aller professionellen Hilfe kein Weg daran vorbei, lokale und internationale Regulatorik immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Anpassungen an neue Rahmenbedingungen, Verwerfen obsoleter Richtlinien, Gestalten neuer Regelwerke für technische oder produktspezifische Veränderungen sind Daueraufgaben. Hier müssen und können Wirtschaftsprüfer ihre Nähe zur Praxis künftig noch mehr einbringen – für die konkrete Kunden- und Marktsituation, aber auch für die frühzeitige Beratung der Politik, um so bereits in der Phase der politischen Meinungsbildung sinnvolle Impulse zu setzen.

Die Suche nach intellektuellen Schwergewichten

Dieses frühzeitige Agieren  wirtschaftlicher Institutionen wird vor dem Hintergrund veränderter politischer Landschaften an Bedeutung gewinnen. Laut Einschätzung der befragten  Führungskräfte und Wissenschaftler fehlen wegweisende, politische und intellektuelle Schwergewichte, wie es sie zum Beispiel in der Nachkriegsgeschichte in Europa vermehrt gab. Dieses Fehlen wird umso schmerzlicher wahrgenommen, als es nicht an Herausforderungen mangelt.

Themen aus Sicherheitspolitik, Demographie, Ökonomie, Ökologie, Technologie, unter anderem Digitalisierung, und weitere Handlungsfelder bedürfen intensiven Diskurses. Berechtigte und unberechtigte Zweifel an der Kompetenz und Handlungsfähigkeit des etablierten politischen Personals führen zu Desinteresse, niedriger Wahlbeteiligung und dem Entstehen von teilweise radikalen Gruppierungen mit Partikularinteressen. Hinzu kommt eine gesellschaftliche Behäbigkeit, die sich nicht allein auf die realen oder vermuteten Mängel der etablierten Politik zurückführen lässt. Es wird mehr kommentiert als aktiv mitgewirkt. Es herrscht nicht selten eine »Ohne-mich«-Haltung.

In diesen Kontext passt ein Zitat des Publizisten Johannes Gross (1932‒1999): »Früher glaubte jede neue Generation, mit ihr fange die Welt an. Heute glaubt die neue Generation, mit ihr gehe sie zu Ende.« Es fehlt also offensichtlich ein integrierter Ansatz für gesellschaftliche und politische Zukunft, der attraktiv erscheint. Dies ist nicht, wie häufig vermutet, der Ruf nach der starken Einzelperson – auch wenn etwas mehr Mut und Charisma durchaus gefragt sind, sondern die Sehnsucht nach einem neuen politischen und gesellschaftlichen Narrativ, in dem Motivation, Aufbruchsstimmung und Lust zur Gestaltung und Mitwirkung angelegt sind.

Wirtschaftliche Organisationen sind hier aufgrund der täglichen Wettbewerbssituation häufig agiler und reaktionsbereiter als andere gesellschaftliche Gruppierungen. Sie sind zudem dichter in globale Netzwerke verwoben. Und es wird ihnen, sofern sie sichtbar erfolgreich wirtschaften, die Kompetenz unterstellt, aktuelle Probleme lösen und Zukunft erfolgreich gestalten zu können.

Renaissance der Strategieberatung

Diese Kompetenzvermutung gilt im Übrigen auch für die großen beziehungsweise international agierenden Beratungsunternehmen. Da sie über jahrzehntelange Erfahrung in Strategie und Umsetzung verfügen, werden sie in Anbetracht mangelnder Konzeptionen in wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen und politischen Fragen künftig noch intensiver in Anspruch genommen werden. Marktkenner prognostizieren daher eine »Renaissance der Strategieberatung«.

Doch Strategie allein wird nicht reichen. Internationale Handlungskonzepte für Unternehmen und auch für politische Organisationen sind darauf angewiesen, von Experten vor Ort umgesetzt zu werden. Nicht zuletzt aus Akzeptanzgründen erfordert dies wiederum, dass Beratungen in Zukunft zunehmend mit einheimischem Personal agieren müssen, beispielsweise auch, weil die nationale oder regionale Regulatorik das zwingend vorschreibt. Das heißt: Bei aller Internationalität wird die Berücksichtigung lokaler Interessen weiterhin relevant bleiben.

Internationale Transformation, internationaler Roll-out von neuen Strategien wird daher auch in Zukunft eine Domäne internationaler Beratungsanbieter bleiben. Die Herausforderungen liegen auf dem Tisch. Für den globalen Beratungsmarkt sind die Perspektiven besser denn je.

Veränderungen  des Qualifikationsmix

Doch ein wenig Wasser muss in diesen Wein geschüttet werden.  Allein mit ökonomischer Betrachtung werden die sich abzeichnenden Aufgaben nicht zu lösen sein. Zwar wird es nach Meinung der für die Lünendonk-Studie befragten Experten bei der Dominanz der Wirtschaftswissenschaftler in klassischen Beratungsunternehmen bleiben (Volks- und Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieure), aber es werden zunehmend auch andere Qualifikationen gefordert sein, um neue Konzepte tragfähig und akzeptiert zu platzieren. Gefragt sind hier zum einen Natur- und Geisteswissenschaften. Im Hinblick auf die Implikationen neuer Zukunftsbilder auf Gesellschaften gewinnt zum anderen die gelegentlich geschmähte Soziologie neue Bedeutung. Und auch etwas mehr philosophisches Denken über den Tellerrand eines Unternehmens oder einer sozialen Organisation hinaus wird von den Führungskräften und Beratern gefordert. Denn in einer sich immer schneller wandelnden Welt wird das Definieren sinnhaften Handelns nicht allein dem Individuum als Aufgabe gestellt bleiben.

Jonas Lünendonk 

ist seit 2014 Geschäftsführender Gesellschafter der Lünendonk & Hossenfelder GmbH. Nach ersten Erfahrungen in einer Managementberatung übernahm er 2010 als Prokurist bei Lünendonk die Leitung der Studienabteilung und des Kompetenzfelds Beratung.

Thomas Lünendonk

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